Gedichte
Über das Leben, den Kapitalismus und den ganzen Rest.
Menscheln
Ein untoter Konsument
schwimmt
auf der lachenden Wunde
eines Patienten
Getarnt als lauwarmer Kostenfaktor
verheizt sich der Nichtmensch
in einen glutkalten Strudel der Neutralität
Die verrauchte Emotion
entrückt
den Menschen
Ansage
Wo
sie
gehorsam
vorauseilen
Wo
Sie
Aufklärung
vermeiden
Wo
sie
geschwätzig
schweigen
Wo
sie
behütet
neiden
Da
bitte
ich
um
Abschied
Gefühlsfremd
Aufgrund
der anhaltenden
sozialen Kälte
in Deutschland
stellten
die Katzen
ihr Schnurren
ein
Daraufhin
ließen die Menschen
alle Katzen
einschläfern
und brachten
den Hunden
das Schnurren
bei
Alltag
Morgens
tüchtige Unterordnung
Mittags
gepflegte Eintönigkeit
Abends
unbeschwerte Denkverödung
Nachts
gleichgefaltetes Wachkoma
Tag für Tag
Monat für Monat
Jahr für Jahr
Bequemlichkeitsliebe
Ich habe immer geglaubt
Selbstentfaltung
sei attraktiver
als Selbstentfremdung
Ich habe immer geglaubt
Bildung
sei wichtiger
als Haltung
Ich habe immer geglaubt
Partizipation
sei erfüllender
als Resignation
Jetzt schwimme ich
in der lauwarmen Funktionslogik
Meine Schwimmflügel
sind betreutes Denken
Meine Taucherbrille
ist Konformität
Das Wasser
ist Fatalismus
Aber
ich schwimme
vorwärts
im Kreis
positiv
denkend
Die vielfältige Einfältigkeit
Der Pluralismus
geht
vorzeitig
in Rente
Ein
Sperrgebiet
wurde
errichtet
Mit
Stacheldraht
Giftpfeilen
und Fallgruben
Wer
nicht aufpasst
wird
als
Stein
ins
Meer
geworfen
Zukunft
Eine ohnmächtige Welt
bettelt auf Bewährung
Eine unschuldige Spaßgesellschaft
verbrennt die Ideen
Und eine Welt
voller Gutmenschen
Angepasst
In einer Welt der Lügen
werde ich schweigen
und mich fügen
oft verzweifelt leiden
ohne es zu zeigen









